Trend-Organ Darm: Was unserem Verdauungstrakt wirklich guttut
Die Darmgesundheit erlebt seit Jahren einen Boom – in Podcasts, auf Social Media und in Gesundheitsratgebern ist sie Dauerthema. Zu Recht! Doch was raten die Spezialist:innen selbst? Elf führende Gastroenterologinnen und Gastroenterologen aus Deutschland und Österreich teilen ihre wichtigsten Empfehlungen:
Vielfalt statt Monokultur
Ein gesunder Darm gleicht einem Mischwald, nicht einer Monokultur. Eine bunte, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten und fermentierten Produkten wie Joghurt oder Sauerkraut stärkt die Darmflora. Die mediterrane Küche gilt als Vorbild.
Prof. Tanja Kühbacher, LudwigshafenBallaststoffe sind das Fundament
Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse, Bohnen und Kartoffeln halten den Darm aktiv und fördern die Bildung kurzkettiger Fettsäuren wie Buttersäure, die unsere Immunabwehr unterstützen.
Prof. Herbert Tilg, InnsbruckVorsorge nicht vergessen
Ab dem 50. Lebensjahr – bei familiärer Vorbelastung früher – sollte eine Darmspiegelung zur Routine gehören. Sie rettet Leben.
Prof. Patrick Michl, Heidelberg
Prof. Tom Lüdde, DüsseldorfNatürlich essen – wie die Grosseltern
Verarbeitete Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen belasten den Darm. Besser: frisch kochen, mit natürlichen Zutaten.
Dr. Katrin Eberle, WeimarKeine Angst vor Essen
Modediäten oder pauschaler Glutenverzicht können die Verdauung eher schwächen. Vielfalt und Ausgewogenheit sind der Schlüssel.
Prof. Yurdagül Zopf, ErlangenBewegung – aber in Balance
Regelmässiger Sport stärkt das Verdauungssystem und schützt vor Krebs. Übermässiger Leistungsdruck oder extreme Belastung hingegen können den Darm stressen.
Prof. Patrick Michl / Prof. Christoph Stein-Thoeringer, TübingenVorsicht vor Social-Media-Trends
Der Darm braucht keine Detox-Kuren oder riskante Challenges. Er reguliert sich selbst, wenn wir ihn mit natürlichen Lebensmitteln und Ruhe unterstützen.
Prof. Martina Müller-Schilling, RegensburgNahrungsergänzungsmittel kritisch prüfen
Blind eingenommene Supplements können die Darmschleimhaut schädigen. Nur bei nachgewiesenem Mangel ist supplementieren sinnvoll.
Prof. Christoph Gasche, WienPflanzen zählen
30 verschiedene Pflanzen pro Woche – das klingt viel, fördert aber nachweislich die mikrobielle Vielfalt. Jede Farbe zählt.
Dr. Johannes Janschek, DresdenAlkohol reduzieren und den Eiweiss-Hype bremsen
Zu viel Alkohol zerstört schützende Darmbakterien. Auch hochverarbeitete Proteinprodukte reizen die Schleimhaut. Besser: natürliche Eiweissquellen und massvoller Genuss.
Prof. Herbert Tilg / Prof. Yurdagül ZopfStress reduzieren
Dauerstress verändert das Mikrobiom und kann Entzündungen begünstigen. Wer auf einen ausgeglichenen Lebensstil achtet und auf innere Ruhe, der beeinflusst über die Darm-Hirn-Achse die Verdauung positiv.
Prof. Tom Lüdde, Düsseldorf
Mein persönlicher Tipp: Mit Akupunktur dem Darm Gutes tun
Mit Akupunktur lässt sich das Verdauungssystem regulieren, die Darmtätigkeit harmonisieren und das vegetative Nervensystem beruhigen. So kann der Körper wieder seine natürliche Balance finden – eine Voraussetzung für gesunde Verdauung, starke Abwehrkräfte und innere Ruhe.
Quelle: Die Zeit, Ausgabe 20.10.25
Der Kiefer im Fokus: Wie Akupunktur helfen kann
Viele Menschen kennen es: ein verspannter Kiefer, Kopfschmerzen oder Schmerzen im Nacken, manchmal sogar Ohrgeräusche oder Druckgefühle. Schnell fällt dabei das Schlagwort CMD (craniomandibuläre Dysfunktion). Doch nicht jeder Schmerz im Kieferbereich hat tatsächlich mit dieser Diagnose zu tun.
Unter CMD versteht man Störungen im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskeln und Zähnen. Typisch sind Knacken oder Schmerzen im Kiefer, Verspannungen im Gesicht und Nacken, oder auch Kopfschmerzen. Stress spielt eine grosse Rolle, da er unbewusstes Zähneknirschen oder Kieferpressen fördert.
Die klassische Behandlung umfasst Schienen, Physiotherapie oder gezielte Übungen, die den Kiefer entlasten sollen. Ebenso wichtig sind Methoden zur Stressbewältigung, denn innere Anspannung ist einer der häufigsten Auslöser.
Hier kann Akupunktur eine wertvolle Ergänzung sein. Durch gezielt gesetzte Nadeln lassen sich Spannungen in der Kiefer- und Nackenmuskulatur lösen. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sich die Beschwerden deutlich bessern, sobald der Körper zur Ruhe kommt und die Muskulatur loslassen kann. Darüber hinaus wirkt Akupunktur regulierend auf das Nervensystem und kann so helfen, Stress abzubauen – ein wichtiger Faktor, um nächtliches Knirschen zu reduzieren. Auch Schmerzen lassen sich durch die Reizung bestimmter Punkte wirksam lindern, da Akupunktur die Schmerzwahrnehmung beeinflusst und den Körper in sein Gleichgewicht zurückführt.
Nicht jeder Kieferschmerz ist also gleich CMD – aber wer unter wiederkehrenden Verspannungen und Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich leidet, kann von einem ganzheitlichen Blick profitieren. Akupunktur bietet hier die Möglichkeit, den Kiefer zu entspannen, Schmerzen zu lindern und Stress nachhaltig zu reduzieren.
Erschöpfung ist kein Versagen – sie ist ein Signal
Erschöpfung fühlt sich für viele wie ein persönliches Scheitern an.
„Ich sollte doch mehr schaffen.“
„Andere kriegen das doch auch hin.“
„Ich muss einfach besser organisiert sein.“
Solche Gedanken sind weit verbreitet. Wobei sie aber etwas Entscheidendes übersehen: Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche, sie ist ein intelligentes Signal deines Körpers.
Wir leben in einer Kultur, in der Müdigkeit oft übergangen wird. Statt Pausen zu machen, greifen wir zum Kaffee. Statt Nein zu sagen, sagen wir „Geht schon“. Statt zu regenerieren, funktionieren wir weiter – bis nichts mehr geht.
Von der Müdigkeit in die Erschöpfung
Es gibt einen Unterschied zwischen müde und erschöpft:
Müde bist du nach einem langen Tag. Eine Nacht Schlaf reicht oft, um dich zu erholen.
Erschöpft bist du, wenn selbst der Schlaf nicht mehr reicht. Wenn dein Körper auf Sparflamme läuft und sich selbst kleine Aufgaben schwer anfühlen.
Erschöpfung betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Sie kann sich zeigen als innere Leere, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit oder das Gefühl, „nicht mehr ich selbst zu sein“.
Was Erschöpfung dir sagen will
Erschöpfung ist wie ein stilles Alarmsystem. Sie sagt, dass du deine Grenzen übergangen hast. Dass du nicht noch mehr Reize und Disziplin brauchst, sondern mehr Erholung.
Raus aus der Erschöpfung
1. Höre auf, dagegen anzukämpfen
Es ist okay, erschöpft zu sein. Nimm das Gefühl ernst, ohne es sofort lösen zu müssen. Erlaube dir, müde zu sein. Diese Anerkennung ist oft der erste Schritt zur Heilung.
2. Gönn dir echte Pausen, nicht nur Ablenkung
Serien schauen oder scrollen mag kurzfristig beruhigen – echte Regeneration passiert aber in der Stille. In Momenten, in denen du mit dir selbst in Kontakt kommst. Vielleicht in der Natur. Vielleicht beim Meditieren.
3. Weniger tun – bewusster leben
Frag dich: Was ist wirklich notwendig? Und, in einem weiteren Schritt: Lebe ich im Einklang mit mir und meinen Werten?
Akupunktur – Hilfe zur Selbstregeneration
Akupunktur wirkt auf das vegetative Nervensystem. Die feinen Nadeln helfen dem Körper, aus dem Zustand von Dauerstress (Sympathikus-Dominanz) herauszufinden und in einen Zustand von Erholung und Regeneration zu wechseln (Parasympathikus-Aktivierung). Durch die Wiederholung des Reizes lernt der Körper wieder, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.
Fazit
Erschöpfung ist nicht das Ende. Sie ist ein Wendepunkt. Sie fordert dich auf, dich selbst wieder ernst zu nehmen und deinen Körper nicht länger als Maschine zu behandeln.
Wenn du das Gefühl hast, deine Kraft ist am Limit, dann brauchst du keine weiteren Tipps zur Selbstoptimierung. Du brauchst Raum, Mitgefühl – und vielleicht ein wenig Unterstützung.
Ich bin gerne für dich da.
Warum ein ruhiges Nervensystem heute ein Luxus ist – und wie du es pflegen kannst
Wir leben in einer Zeit, die viele Menschen als überfordernd, rastlos und manchmal schlichtweg unverständlich empfinden. Täglich prasseln Nachrichten auf uns ein – von politischen Umbrüchen, Kriegen und Umweltkrisen. Unser Nervensystem hat kaum mehr Pause. In unserer Welt, die sich immer schneller zu verändern scheint, ist es fast schon ein Luxus, ruhig und geerdet bleiben zu können.
Dabei ist innere Ruhe keine Nebensache. Ein reguliertes Nervensystem ist die Grundlage für emotionale Stabilität, gute Entscheidungen und gesunden Schlaf.
Wie also kannst du dein Nervensystem stärken und in Balance bringen?
Hier einige einfache und wirksame Tipps, um dein Nervensystem zu stärken und in Balance zu bringen:
1. Bewusst atmen – öfter, tiefer, langsamer
Atmung ist der direkteste Zugang zum autonomen Nervensystem. Tiefe, langsame Atemzüge signalisieren dem Körper Sicherheit.
2. Reizreduktion – weniger ist mehr
Begrenze den Konsum von Nachrichten und Social Media, um deinem Gehirn eine Pause zu geben
3. Natur als Nervensystem-Balsam
Natur ist nicht nur schön, sie wirkt regulierend auf unser gesamtes System und beruhigt messbar. Zum Beispiel durch einen Spaziergang im Wald (siehe Blogbeitrag zu diesem Thema)
4. Feste Rhythmen statt ständiger Anpassung
Der Körper liebt Rituale und Vorhersehbarkeit. Feste Essenszeiten, Schlafroutinen oder kleine Alltagsrituale geben Struktur und vermitteln Sicherheit.
5. Körperkontakt und Verbindung
Umarmungen, ein Gespräch mit einem lieben Menschen, das Streicheln eines Haustiers – all das kann dazu beitragen, uns in einen Zustand von Verbundenheit und Ruhe zu bringen.
Akupunktur als wertvolle Unterstützung
Akupunktur wirkt nachweislich beruhigend auf das Nervensystem. Sie kann helfen, innere Unruhe zu reduzieren, Schlaf zu verbessern und das Gefühl von ‚Überwältigtsein‘ zu regulieren. Viele Patient:innen berichten, dass sie sich nach einer Behandlung wieder zentrierter, geerdeter und klarer fühlen. Inmitten des äusseren Lärms kann eine Akupunktur-Sitzung wie eine stille Insel wirken – eine Rückkehr zu sich selbst.
Fazit
Ein ruhiges Nervensystem ist kein Zufall. Es ist eine tägliche Entscheidung – für Achtsamkeit, Reduktion, Verbindung und Selbstpflege. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es kein Rückzug, sondern ein Akt der Stärke, für die eigene innere Stabilität zu sorgen.
Wenn du das Gefühl hast, dein Nervensystem braucht Unterstützung, begleite ich dich gerne mit Akupunktur auf diesem Weg.
Weisses, pinkes und braunes Rauschen: Hilft es beim Einschlafen?
Schlafstörungen betreffen viele Menschen – beinahe jede dritte Person in der Schweiz hat Schwierigkeiten, nachts Ruhe zu finden. Dies kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Ein neuer Trend verspricht Hilfe: das Hören von weissem, pinkem oder braunem Rauschen. Diese "Farbgeräusche" haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen und werden als Einschlafhilfe, zur Steigerung der Konzentration und sogar zur Linderung von Tinnitus empfohlen.
Was ist farbiges Rauschen?
Vereinfacht gesagt, handelt es sich um unterschiedliche Geräusche, die durch eine bestimmte Verteilung der Frequenzen erzeugt werden:
Weisses Rauschen: Alle hörbaren Frequenzen werden gleichmäßig wiedergegeben, was an das monotone Brummen eines Ventilators erinnert.
Pinkes Rauschen: Die niedrigeren Frequenzen sind lauter, was einen sanfteren Klang ergibt, vergleichbar mit leichtem Regen.
Braunes Rauschen: Die tiefen Frequenzen dominieren, wodurch ein noch tieferes, dumpferes Geräusch entsteht, ähnlich dem Rauschen eines Wasserfalls.
Wie könnte Rauschen den Schlaf fördern?
Drei Theorien gibt es dazu:
Geräuschüberdeckung: Das Rauschen maskiert störende Umweltgeräusche, wie Verkehrslärm, was zu einem ruhigeren Schlaf führen könnte.
Gewohnheitsbildung: Das Rauschen als Ritual wirkt beruhigend und signalisiert dem Körper Schlafenszeit.
Direkte schlaffördernde Wirkung: Manche Studien vermuten, dass das Rauschen selbst beruhigend auf das Gehirn wirkt.
Was sagen Studien?
Die wissenschaftliche Forschung ist uneindeutig. Manche Studien belegen eine schlaffördernde Wirkung, andere sehen das kritisch. Schlafforscher Dr. Mathias Basner weist darauf hin, dass es bislang keine klaren Belege gibt, die die Wirksamkeit von Farbgeräuschen bestätigen.
Moderater Einsatz
Basner rät dazu, die Lautstärke moderat zu halten und einen Timer zu verwenden, um das Gehör nicht zu überlasten. Der aktive Hörprozess benötigt nämlich Ruhezeiten, um sich zu erholen.
selbstversuch
Ich habe das Rauschen natürlich selbst ausprobiert, und habe es als sehr entspannend und wohltuend empfunden, vor allem nachdem ich verschiedene Quellen ausprobiert habe und das passende Rauschen für mich gefunden habe. Meine Empfehlung: unbedingt ausprobieren.
Für Interessierte stehen zahlreiche Angebote auf YouTube und Musik-Streamingdiensten bereit.
Quelle: https://www.swr.de/wissen/rauschen-fuer-den-schlaf-100.html
Wie die Akupunktur in den Westen kam: Eine kleine Reise durch die Zeit
Akupunktur ist eine jahrtausendealte Heilmethode aus der Chinesischen Medizin. Wie hat es diese Heilmethode geschafft, ihren Weg in die westliche Welt zu finden und dort einen festen Platz im Gesundheitssystem einzunehmen? In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Akupunktur in den westlichen Ländern – von den Anfängen bis zur heutigen Zeit.
Die ersten Berührungspunkte: Einführung der Akupunktur im Westen
Die Akupunktur wurde erstmals im 17. Jahrhundert von Jesuitenmissionaren und Diplomaten nach Europa gebracht, die aus China zurückkehrten und über ihre Erlebnisse und die medizinischen Praktiken in Asien berichteten. Die Methode fand damals noch wenig Anklang. Erst im 20. Jahrhundert begann der Westen, sich ernsthaft für alternative Heilmethoden zu interessieren.
In den 1970er Jahren erlebte die Akupunktur in den USA ihren Durchbruch, als der Journalist James Reston von der „New York Times“ während eines China-Besuchs von starken Bauchschmerzen geplagt wurde und durch Akupunktur eine sofortige Linderung erfuhr. Sein Bericht löste ein reges Interesse an dieser Methode in den USA und anderen westlichen Ländern aus.
Wissenschaftliche Studien und wachsendes Interesse
Die daraufhin einsetzende wissenschaftliche Erforschung der Akupunktur spielte eine entscheidende Rolle für deren Akzeptanz in der westlichen Welt. In den 1980er und 1990er Jahren führten verschiedene Studien dazu, dass die medizinische Wirksamkeit der Akupunktur systematisch untersucht wurde. Man stellte fest, dass Akupunktur die Ausschüttung von Endorphinen und anderen schmerzhemmenden Substanzen fördert und die Blutzirkulation verbessert. Diese Erkenntnisse trugen dazu bei, dass Akupunktur allmählich als ernstzunehmende Therapieform wahrgenommen wurde.
Die Integration in westliche Gesundheitssysteme
In den folgenden Jahrzehnten fand die Akupunktur nach und nach Eingang in die westlichen Gesundheitssysteme. Länder wie die Schweiz nahmen sie als Teil der Komplementärmedizin in ihre Gesundheitssysteme auf. Durch die Deckung der Kosten über die Zusatzversicherung für Alternativmedizin konnte sich die Akupunktur in der Schweiz weiter verbreiten.
Akupunktur heute: Ein fester Bestandteil der westlichen Medizin
Heute ist die Akupunktur in vielen westlichen Ländern fest etabliert. Sie wird in einer Vielzahl von medizinischen Bereichen eingesetzt, darunter Schmerztherapie, Stressbewältigung und Unterstützung bei chronischen Erkrankungen. Auch in akademischen medizinischen Zentren in den USA ist Akupunktur heute eine gängige ergänzende Behandlungsmethode. Sie wird oft in Kombination mit manuellen Therapien, Psychotherapie oder Ernährungsberatung angeboten, um eine ganzheitliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.
Akupunktur im 21. Jahrhundert: Der Blick in die Zukunft
Mit der wachsenden Popularität alternativer und komplementärer Heilmethoden hat die Akupunktur im 21. Jahrhundert einen festen Platz im westlichen Gesundheitssystem erlangt. Sie wird zunehmend auch von Menschen genutzt, die nach sanfteren, weniger invasiven Behandlungsformen suchen und die Nebenwirkungen chemischer Medikamente vermeiden möchten.
Gleichzeitig steht die Akupunktur vor neuen Herausforderungen. Um eine noch breitere Anerkennung zu erhalten, ist es wichtig, dass weiterhin wissenschaftliche Studien durchgeführt werden, die ihre Wirkmechanismen und Anwendungsbereiche präzisieren. Zudem ist eine Standardisierung der Ausbildung und Praxis notwendig, um die Qualität der Behandlung sicherzustellen. Diesen Weg geht die Schweiz seit einigen Jahren mit der Einführung des eidgenössischen Diploms für TCM Therapeut:innen, in dessen stolzen Besitz ich seit 2022 bin.
Fazit
Von einer exotischen Heilkunst hin zu einer weltweit anerkannten Therapie – die Reise der Akupunktur in die westliche Welt zeigt, wie sich alternative Behandlungsmethoden allmählich in den Mainstream integrieren können. Heute ist Akupunktur in vielen westlichen Ländern eine etablierte Therapieform, die das Potenzial hat, den Menschen auf sanfte Weise Linderung zu bringen und den ganzheitlichen Ansatz in der Medizin zu fördern.
Oxytocin, das soziale Hormon
Das Hormon Oxytocin – umgangssprachlich auch Kuschelhormon oder Liebeshormon genannt – spielt bei der Herstellung von sozialen Bindungen eine zentrale Rolle. Unsere Körper schütten es aus, wenn wir uns umarmen, berühren, miteinander verbunden fühlen. Gerade darum ist Oxytocin entscheidend für die Bildung und Aufrechterhaltung sozialer Bindungen – ob zwischen Eltern und Kindern oder Partner:innen und Freund:innen.
Ein paar Fakten zur Einordnung: Oxytocin ist ein Peptidhormon, das im Hypothalamus (Abschnitt des Zwischenhirns) produziert und von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) freigesetzt wird, sobald soziale und physiologische Reize es freisetzen. Dem Hormon wird die Superpower zugeschrieben, Angstzustände zu lösen und Depressionen zu lindern.
Tipps, um im Alltag das Wohlfühlprogramm durch Oxytocin anzukurbeln
Umarmen: gemäss Studien erreicht die Oxytocin-Ausschüttung nach 29 Sekunden ihren Höhepunkt
Küssen: 6 Sekunden sollen das Oxytocin ankurbeln und das Stresshormon Cortisol reduzieren.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im Ted-Talk:
Gemeinsam glücklich
Was macht ein gutes Leben aus? Laut The Harvard Study of Adult Development, einer Studie zur menschlichen Entwicklung, sind es unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Zu diesem Schluss kommen die Professoren Robert Waldinger und Marc Schulz nach 80 Jahren, in denen das Leben von mehreren Hundert Proband:innen auf Glück und Gesundheit erforscht wurde.
Das Geheimnis für Glück
Was glückliche Menschen übereinstimmend verbindet: Wer starke, positive Beziehungen zu Familie und Freund:innen pflegt sowie in der Gemeinschaft verankert ist, der fühlt sich in seinem Leben wohl. Das wiederum hat einen positiven Effekt auf die geistige und körperliche Gesundheit. Wer hingegen sozial isoliert lebt, schadet sich und seiner Gesundheit erheblich.
Obwohl wir uns in einer zunehmend vernetzten Welt befinden, nimmt die Einsamkeit zu. In Amerika, wo die Studie durchgeführt wurde, gibt etwa jede:r vierte Amerikaner:in an, sich einsam zu fühlen. Ähnliche Trends sind auch in anderen westlichen Kulturen zu beobachten – laut Swissinfo fühlt sich in der Schweiz gar jede dritte Person einsam.
Die moderne Herausforderung der Einsamkeit
Um gegen die Einsamkeit anzugehen, ergreifen nun einige Länder Massnahmen: In Grossbritannien versucht beispielsweise ein Minister für Einsamkeit gegen die Isolation und grassierende Tristesse vorzugehen, die neun Millionen Engländer:innen, also rund 13% der Bevölkerung betreffen soll. Mit Aufklärungsarbeit und Initiativen wie dem „Loneliness Lab“ werden Begegnungszonen geschaffen, damit das Gemeinsame wieder mehr Platz und Zeit findet.
Denn das Leben durch bessere Beziehungen zu verbessern, dafür sei es laut der Harvard Studie nie zu spät. Wie viele Freundschaften wir pflegen, ist dabei irrelevant. Wichtig ist, wie tief die Beziehungen reichen – wie viel Wärme und Unterstützung von ihnen ausgehen und wie aufgehoben wir uns durch sie fühlen.
Quellen:
https://bigthink.com/health/the-good-life-book/
https://stories.swissinfo.ch/einsamkeit-in-der-schweiz#222879
Akupressur: Eine kurze Anleitung
Wie bereits in einem früheren Blogbeitrag erwähnt, arbeitet New Leaf neu mit der Jing App, einem kostenlosen und hilfreichen Werkzeug, um sich neben der Akupunkturbehandlung aktiv am Genesungsprozess zu beteiligen. Unter anderem werden in der App Akupressurtechniken gezeigt, die einfach anwendbar sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Die Akupressur basiert auf denselben Prinzipien wie die Akupunktur – sie ist eine Methode zur Stimulation bestimmter Punkte am Körper, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern, allerdings ohne Nadeln. Die Demonstrationsvideos der Jing-App sind ein nützlicher Leitfaden für daheim. Dabei ist es aber wichtig, zu experimentieren und herauszufinden, was am besten funktioniert: Beginne mit der Stelle, die in den Videos beschrieben wird und arbeite dann um den Bereich herum, indem du aus verschiedenen Winkeln Druck ausübst, bis du die Stelle findest, die sich am aktivsten anfühlt.
Im folgenden kurzen Video (auf Englisch) erfährst du mehr über die Anwendung von Akupressur
Schaue dir hier ein paar konkrete Beispiele an, wie du die Akupressurpunkte findest:
Magen 36
Der 36. Punkt auf dem Magenmeridian ist einer der wichtigsten Punkte für den Magen und das Verdauungssystem. Drücke diesen Punkt zum Beispiel bei Magenschmerzen, Erbrechen, Übelkeit oder Blähungen.
Dickdarm 4
Bei diesem Punkt handelt es sich um einen der wichtigsten Akupunkturpunkte. Er findet häuftig Anwendung bei Schmerzen und wirkt regulierend auf die Sinnesorgane.
Vitalpilze: Neu bei New Leaf
Vitalpilze, auch bekannt als Heilpilze oder medizinische Pilze, werden in verschiedenen Kulturen seit Jahrhunderten für ihre gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Das Gute an ihnen: Pilze sind adaptogen. Das heisst: Was der Körper braucht, nimmt er sich, um sich an bestimmte Situationen anzupassen. Ich werde einige der bekanntesten Vitalpilze und deren potenzielle Vorteile für die Gesundheit auflisten. Seit meiner Weiterbildung in TCM-Mykotherapie biete ich in meiner Praxis Vitalpilze an, die ergänzend zur Akupunktur in Kapselform eingenommen werden können und zur TCM Diagnose passen.
Reishi-Pilz (Ganoderma lucidum)
Der Reishi-Pilz wird oft als "Pilz der Unsterblichkeit" bezeichnet und wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin hoch geschätzt. Er soll das Immunsystem stärken, Stress abbauen, den Schlaf verbessern und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Als wichtiger “Shen-Pilz” wurde er schon von den alten Daoisten benutzt, um den Geist zu klären und in der Meditationspraxis Trübes von Reinem zu trennen.
Shiitake-Pilz (Lentinula edodes)
Shiitake-Pilze sind bekannt für ihren köstlichen Geschmack und werden in der Küche weit verbreitet verwendet. Dieser Pilz wird in der TCM gerne bei sogenannten Bi-Syndromen eingesetzt, also Erkrankungen, die vor allem die Gelenke betreffen. Schulmedizinisch gesehen finden sie Anwendung beim Aufbau der Darmflora, zur Unterstützung der Leber und, analog zur Chinesischen Medizin, bei Arthritis und Rheuma-Erkrankungen.
Maitake-Pilz (Grifola frondosa)
Der Maitake-Pilz wird auch als "Tanzender Pilz" bezeichnet und hat eine reiche Geschichte in der Traditionellen Chinesischen und Japanischen Medizin. Er ist ein Stoffwechselpilz und findet Verwendung bei Übergewicht, Osteoporose und bei Krebserkrankungen mit Metastasen. Zu diesem Pilz gibt es viele Studien, vor allem aus Japan.
Cordyceps-Pilz (Ophiocordyceps sinensis)
Cordyceps ist ein etwas ungewöhnlicher Vitalpilz, da er als parasitärer Pilz wächst, der Raupen infiziert. Er kommt in der Graslandschaft des Himalaya auf über 3000m vor und wurde bekannt als “Feurige Aufregung des Yaks”, da diese nach dem Verzehr des Pilze aussergewöhnlich energiegeladen waren. Auf diesem Weg gelangte er in die tibetische Medizin. Er wird in der TCM verwendet und soll die Energie steigern, Mut geben und eine stimmungsaufhellende und angstlösende Wirkung haben. Ausserdem soll er die Ausdauer verbessern und die sportliche Leistungsfähigkeit fördern.
Es gibt noch viele weitere Vitalpilze mit potenziellen gesundheitlichen Vorteilen. Es ist ratsam, hochwertige Pilzprodukte von vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen. Wenn Sie Interesse an Vitalpilzen haben, kann ich Sie gerne dabei beraten, den passenden Pilz für Sie finden. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Pilze in Kapselform direkt über mich zu beziehen.
Ab an die Sonne: Warum Sonnenlicht unserer Gesundheit gut tut
Der längste Tag des Jahres steht vor der Tür. Zur Sommersonnenwende werden wir mit rund 16 Stunden Sonnenlicht bestrahlt. Um dieses spezielle Licht und dessen positive Auswirkung auf unseren Körper und Geist soll es in diesem Beitrag gehen. Denn Sonnenlicht ist eine natürliche Ressource, die uns jeden Tag frei zur Verfügung steht. Nutzen wir sie für unsere Gesundheit!
Vitamin D-Produktion
Eine der bekanntesten gesundheitlichen Vorteile von Sonnenlicht ist die Produktion von Vitamin D in unserem Körper. Wenn unsere Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, wandelt sie das in der Haut vorhandene Cholesterin in Vitamin D um. Vitamin D ist essentiell für die Knochengesundheit, da es die Aufnahme von Kalzium und Phosphat unterstützt. Es stärkt auch unser Immunsystem und spielt eine Rolle bei der Vorbeugung von Krankheiten wie Osteoporose und bestimmten Krebsarten.
Stimmungsverbesserung
Sonnenlicht hat einen direkten Einfluss auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Wenn wir Sonnenlicht ausgesetzt sind, erhöht sich die Produktion von Serotonin, einem Neurotransmitter, der als "Glückshormon" bekannt ist. Ein Mangel an Sonnenlicht kann zu Saisonaler Affektiver Störung (SAD) führen, einer Form von Depression, die vor allem in den dunkleren Wintermonaten auftritt. Durch den Aufenthalt im Sonnenlicht können wir also unsere Stimmung heben und uns insgesamt besser fühlen.
Verbesserung des Schlafes
Die Einwirkung von Sonnenlicht während des Tages hat einen starken Einfluss auf unseren zirkadianen Rhythmus, der unseren Schlaf-Wach-Zyklus reguliert. Regelmässige Exposition gegenüber natürlichem Licht hilft, unsere biologische Uhr einzustellen und den Schlaf zu verbessern. Es fördert die Produktion von Melatonin, einem Hormon, das für einen erholsamen Schlaf entscheidend ist. Eine ausgewogene Sonnenlichtexposition tagsüber kann uns helfen, schneller einzuschlafen, tiefer zu schlafen und am Morgen energiegeladen aufzuwachen.
Stärkung des Immunsystems
Sonnenlicht hat nachweislich positive Auswirkungen auf unser Immunsystem. Es stimuliert die Produktion von weissen Blutkörperchen, die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind. Darüber hinaus kann Sonnenlicht auch entzündungshemmend wirken und die Heilung von Wunden und Verletzungen fördern. Ein starkes Immunsystem ist entscheidend für unsere allgemeine Gesundheit und hilft uns, Krankheiten abzuwehren.
Fazit: Sonnenlicht ist nicht nur eine natürliche Quelle von Licht und Wärme, sondern auch ein essentieller Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Eine angemessene Sonnenlichtexposition bietet zahlreiche Vorteile für unsere körperliche und geistige Gesundheit. Es ist jedoch wichtig, sich über die richtige Sonnenschutzpraxis bewusst zu sein. Vorsicht gilt beispielsweise bei frischen Narben: Sie sollten ein Jahr keinem Sonnenlicht ausgesetzt werden, sonst erhält die Narbenhaut eine rötliche Färbung. Und sowieso gilt: Was das Sonnenlicht uns Gutes tut, kann auch ins Negative kippen. Darum tragen Sie immer Sonnenschutz, um Ihre Haut zu schützen – auch wenn Wolken vor der Sonne stehen.
New Leaf Porridge
ZUBEREITUNG
1
Wärme die Milch in einer Pfanne auf. Salz und Zimt hinzufügen und rühren, bis alles schön miteinander verbunden ist. Wenn die Milch warm ist, die Haferflocken in die Milch geben. Unter gelegentlichem Umrühren auf kleiner Hitze während 15 Minuten aufgehen lassen.
2
Währenddessen die Früchte und Minzblätter in Scheiben schneiden. Die Kokos Chips, Goji Beeren etc. bereitstellen. Baumnüsse zerkleinern.
3
Gib nun den fertig aufgequollenen Hafer in eine Schüssel und lege die Früchte, Goji Beeren, Minzblätter, die Kokos Chips und Walnüsse über den Haferbrei. Einen Esslöffel Erdnussmus dazugeben. Das Ganze mit ein wenig Honig übergiessen – fertig und geniessen.
Superfood Hafer
Der Hafer hat ein Revival: Ob als Milchersatz – besser bekannt als Oatmilk – in Müsli, im Brot und bisweilen in Smoothies, das Getreide ist omnipräsent. Der Superfood ist dabei beinahe glutenfrei und voll mit gesunden Nährstoffen für die Vitalwerte. Diese sind gut für das Herz, die Verdauung und die Linie. Mit Seitenblick auf die Kalorienanzahl mag Letzteres erstaunen: 100 Gramm Hafer werden mit stattlichen 380 Kalorien bewertet. Und doch ist das Superfood aus Grossmutters Küche ein Figurschmeichler.
HERZ, HÜFTE, HAUT & HAAR
Dank seiner hohen Ballaststoffe sättigt Hafer nachhaltig – was Heisshungerattacken vorbeugt. Zudem hilft er, den Darm in Schwung zu halten, indem sein löslicher Ballaststoff Beta-Glucan die gesunden Darmbakterien (Probiotika) fördert. Bekanntlich spielt die Darmflora in beinahe allen körperlichen Vorgängen eine wichtige Rolle. Auch wenn es um unser Immunsystem geht, denn 70 bis 80 Prozent der schützenden Abwehrzellen leben in unserem Darm.
Die Ballaststoffe nähren aber nicht nur die guten Darmbakterien. Sie schützen unseren Darm auch. In ihm lösen sie sich zu einer gelartigen Masse auf, die sich über die Schleimhäute legt. Dank dieser Schicht werden Schädlinge durch den nun gut geschmierten Darmtrakt abgetragen und aus dem Körper ausgeschieden.
Nascht man zudem ein wenig Hafer vor dem Zubettgehen, soll er eine beruhigende Wirkung entfalten und beim Einschlafen helfen. Für schöne Haut und Haare sorgt er zudem auch.
NICHT ÜBERTREIBEN
Eine Regel gibt es allerdings: Man sollte nicht mehr als 300 Gramm Hafer am Tag essen – am besten verteilt auf zwei bis drei Mahlzeiten. Dabei gilt: besser auf Fertigmischungen samt zusätzlichem Zucker und Zusatzstoffen verzichten und den Hafer selbst zubereiten. Beispielsweise als Porridge oder Overnight Oats.
Im nächsten Blog-Post findest du ein persönliches New Leaf-Rezept für Porridge, das wir zusammen mit weiteren Ernährungstipps aus der Chinesischen Medizin ergänzt haben – uns hat es sehr geschmeckt, und dir?
Quelle: Tagesanzeiger, “Warum Haferflocken beim Abnehmen helfen”, 3.6.2022 (https://www.tagesanzeiger.ch/warum-haferflocken-beim-abnehmen-helfen-430824737874).
Buchtipp: “Darm mit Charm” von Giulia Enders (https://www.darm-mit-charme.de/buch.html).
Chinesische Tierkreiszeichen: Was ist die Geschichte dahinter?
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was es mit den chinesischen Tierkreiszeichen auf sich hat?
Die chinesischen Tierkreiszeichen bestehen aus zwölf Tieren. Jedes steht für eines von zwölf aufeinanderfolgenden Jahren.
Das Geburtsjahr einer Person bestimmt, zu welchem chinesischen Tierkreiszeichen er oder sie gehört.
Das chinesische Jahr richtet sich nach dem Mondkalender.
Das Frühlingsfest in China, auch als Chinesisches Neujahrsfest bekannt, markiert das Ende des alten Jahres und den Anfang des neuen Jahres.,
Die Reihenfolge der chinesischen Tierkreiszeichen ist kein Zufall, sondern folgt einer chinesischen Legende, dem Grossen Rennen der chinesischen Tierkreiszeichen. Schauen Sie sich im nachfolgenden Video an, wie das Rennen der Legende nach verlaufen sein soll.
Schmerzfrei mit dem richtigen Track
Kann Musik zur Behandlung akuter körperlicher Schmerzen eingesetzt werden? Diese Frage hat sich der Schmerzmittelhersteller Nurofen gestellt und Dr. Claire Howlin, Psychologin am University College Dublin, damit beauftragt, die Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Schmerz und Musik zu ergründen.
Laut Howlin besitzt Musik die Fähigkeit, bei Menschen einen grossen Dopaminschub im neuronalen Belohnungssystem auszulösen. Die Ergebnisse ihrer Forschung sind nun gebündelt im Track „All of Us“ zu hören: Für die Produktion hat Howlin mit dem Musikproduzenten Anatole (Jonathan Baker) kollaboriert. Der ausgebildete Trompeter und Multiinstrumentalist produzierte das Musikstück basierend auf den Erkenntnissen von Dr. Howlin: „All Of Us ist etwas Besonderes, weil jede Note, jeder Beat und jeder Sound so konzipiert ist, dass er eine bestimmte Wirkung auf den Hörer hat”, sagt Baker.
Gemäss der Studie wurde das Lied an 286 Personen getestet, die unter akuten Schmerzen leiden. Beim Einsatz des Schmerz-Songs verringerten sich sowohl die Schmerzintensität als auch das Unwohlsein der Patient:innen – was auch klinisch und statistisch signifikant nachzuweisen sei. „Dass ein Musikstück einen derartigen Effekt erzielen konnte, unterstreicht das Potenzial von Musik bei Schmerzbehandlungen“, sagt Howlin. Was jedoch nicht zu erfahren ist, sind konkrete Zahlen – bei wie vielen Personen der Track ‘funktionierte’, über dieses Detail ist nichts zu erfahren. Gemäss Nurofen habe das Lied aber den Studienteilnehmer:innen mit verschiedenen Arten von akuten Schmerzen wie Kopf-, Rücken- oder Regelschmerzen geholfen, indem es die Schmerzintensität reduzierte, während der Track lief.
Die vollständigen Ergebnisse der Tune Out Pain-Studie werden bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift zur Veröffentlichung eingereicht.
Informationen zum Projekt gibt es auf folgendem Youtube Video
Buchtipp: Ikigai von Ken Mogi
Was ist Ihr Grund, weshalb Sie morgens aufstehen? Wenn Sie diese Frage nicht gleich beantworten können, ist das Thema Ikigai etwas für Sie. Das Prinzip von Ikigai ist tief im japanischen Alltag verwurzelt und beutet so viel wie „das, wofür es sich zu leben lohnt“.
Zugfahrt in Japan: der Kontrolleur verbeugt sich beim Eintreten in das Abteil, und nochmals beim Austreten. Wer schon einmal in Japan war, hat bestimmt schon solche oder ähnliche Szenen erlebt. Aus westlicher Sicht verwunderlich oder inspirierend, in Japan ganz alltäglich. Was steckt hinter solchen Gesten und was bewegt Menschen dazu? Das Buch „Ikigai“ von Ken Mogi liefert spannende Hintergrundinformation über das japanische Denken. Man trachtet danach, sein Ikigai zu finden und zu leben, egal ob in der Karriere, in Beziehungen oder in der Freizeit. Entscheidend ist dabei, sein Ziel mit Hingabe zu verfolgen und etwas um der Sache selbst willen zu tun.
Die Fünf Säulen von Ikigai
1. Klein anfangen
2. Loslassen lernen
3. Harmonie und Nachhaltigkeit leben
4. Freude an kleinen Dingen entdecken
5. Im Hier und Jetzt sein
Fazit von New Leaf
Der Autor Ken Mogi ist Neurowissenschaftler und erläutert anhand von zahlreichen Beispielen, wie man sein Ikigai findet. Die Beispiele scheinen an manchen Stellen etwas an den Haaren herbeigezogen und es fehlt teilweise der rote Faden. Dies tut jedoch der Tatsache keinen Abbruch, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema Ikigai sehr spannend und hilfreich sein kann. Ken Mogi gewährt seinen Lesern einen authentischen Einblick in die japanische Kultur und Denkweise. Deshalb: unbedingt lesen, wenn Sie sich von diesen Themen angesprochen fühlen.
Schlaf Teil 2 - Tipps für einen besseren Schlaf
Der erste Schritt zu einem besseren Schlaf bildet die Schlafhygiene. Folgende Strategien können Sie heute noch umsetzten für einen besseren Schlaf.
Schlafenszeiten einhalten
Jeden Tag ungefähr zur selben Zeit zu Bett gehen und aufstehen. Auch an Wochenenden.
Nickerchen
Vermeiden, oder nur sehr kurz. Nicht nach 15 Uhr.
Bildschirme vermeiden
Handys, Tablets und Computerbildschirme vor dem Zubettgehen ausschalten, da sich das Blaulicht auf das Gehirn ähnlich wie Sonnenlicht auswirkt und uns wach hält.
Schlaf-Oase kreieren
Entfernen Sie Gegenstände, die nicht ins Schlafzimmer gehören. Schaffen Sie einen Ort, an dem Sie sich wohl fühlen und sich von der Welt zurückziehen können.
Optimale Verhältnisse schaffen
Den Raum möglichst dunkel und kühl halten (zwischen 15 und 20 Grad). Das Zimmer mit ausreichend frischer Luft versorgen.
Genussmittel
Genussmittel wie Koffein, Alkohol und Nikotin sollen vor allem am Abend vermieden werden.
Wachliegen
Wenn Sie nachts lange wach liegen und sich darüber zu ärgern, sollten Sie aufstehen. Dadurch vermeiden Sie, dass das Schlafzimmer mit quälenden Einschlafversuchen assoziiert wird. Gehen Sie dann wieder ins Bett, wenn Sie denken, dass Sie bereit zum Schlafen sind. Vermeiden Sie es ausserdem auf die Uhr zu schauen, denn das führt zu unnötigem zusätzlichen Stress.
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Schlaf Teil 1 - Wissenswertes
Viele Leute finden den Weg in die Akupunktur-Praxis, weil sie schlecht schlafen. Schlaf ist nötig zur Wiederherstellung der physischen und psychischen Kräfte und ist eine grundlegende biologische Funktion. Nachstehend ein paar Fakten zu Schafstörungen:
Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung leidet unter Schlafstörungen. Nur 5% haben nie Einschlafschwierigkeiten oder einen unruhigen Schlaf.
Menschen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, haben ein höheres Risiko für diverse Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfälle und Depressionen.
Die Schlafqualität hat einen direkten Zusammenhang mit dem Immunsystem.
Gute soziale Kontakte haben einen Einfluss auf den Schlaf, da sie bei der Bewältigung von schwierigen belastenden Situationen helfen.
Alkoholkonsum führt zu qualitativ schlechterem und weniger erholsamem Schlaf.
20 bis 21 Stunden ohne Schlaf sollen einen ähnlichen Effekt haben wie 0,8 Promille Alkohol. Schläfrigkeit kann also beim Autofahren zu einem grossen Problem werden.
Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf den Schlaf aus – sofern sie während des Tages und nicht vor dem Zubettgehen statt findet.
Schlafmangel über längere Zeit beschleunigt den Alterungsprozess.
Was passiert genau beim Schlafen?
Während der Körper in einen Ruhemodus kommt, läuft das Hirn auf Hochtouren und macht ein nächtliches „Backup“ aller Eindrücke. Der Schlaf festigt Erinnerungen, schafft Verbindungen zu alten Erinnerungen und kreiert Pfade um diese abzurufen. Beim Schlaf „reinigt“ sich das Hirn von selbst und entledigt sich bestimmter Abfallprodukte, die der Gedächtnisleistung schaden können.
Quellen:
Schlafstörungen in der Bevölkerung, Bundesamt für Statistik, 19.5.2015
The new medicine, The New York Times, 2019
Jean-Philippe Rüegg im Interview mit Vayamo
Jean-Philippe Rüegg stand dem Gesundheitsportal von Blick Rede und Antwort. Erfahren Sie mehr über seine Sicht auf die Akupunktur, den Placebo Effekt oder über kontroverse wissenschaftliche Studien.
Die Vayamo-Webseite behandelt aktuelle Themen rund um Gesundheit und Wohlbefinden.
Hier finden Sie den Link zum Interview:
Wie das soziale Umfeld auf unsere Gesundheit wirkt
Die Feiertage stehen vor der Tür - für viele Leute eine stressige Zeit im Jahr. Doch was können wir ihr Positives abgewinnen? Sehr vieles, wenn man den sozialen Aspekt genauer betrachtet.
Was stärkt unser Wohlbefinden und hält uns gesund, damit wir länger leben? Diese Frage beschäftigt viele Menschen. Gemäss Selbsteinschätzungen bei Umfragen sind die Spitzenreiter Nichtrauchen, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung.
Doch reicht das wirklich aus?
Tatsächlich rangiert Nichtrauchen gemäss empirischer Forschung auf dem dritten Platz hinsichtlich Einfluss auf die Lebenserwartung. Die Spitzenplätze belegen jedoch 1. die Unterstützung durch andere und 2. Das Eingebundensein in die Gemeinschaft. Zwei soziale Faktoren also. Umgekehrt ausgedrückt: Nichts ist lebensbedrohlicher als fehlende soziale Unterstützung und Einsamkeit. Bereits das Gefühl, eingebunden (oder eben allein) zu sein, wirkt sich direkt auf unser Schmerzempfinden aus. Studien konnten zeigen, dass Formen von sozialem Ausschluss via Computerexperiment direkt das Schmerzareal im Gehirn aktivieren. Sozialer Einschluss hingegen zeigte Aktivität im Belohnungszentrum. Untersuchungen zu gemeinsamen Aktivitäten zeigten stärkeres Vertrauen in die Mitmenschen und entsprechend höhere Werte zur Kooperation.
Gerade zur aktuellen Zeit, in welcher es möglich ist, virtuell in Verbindung mit anderen zu gehen, ist es umso wichtiger, nicht zu vergessen, sich Zeit für soziale Kontakte im realen Leben zu nehmen.
Nutzen wir also die Gelegenheit, um während der Feiertage unsere sozialen Kontakte zu pflegen. Wir tun damit unserer Gesundheit, und der Gesundheit unserer Mitmenschen, einen grossen Gefallen.
Quelle: Psychologie Heute, Februar 2019, S. 64-69 sowie C. Haslam u.a.: The new psychology of health. Unlocking the social cure. Routledge, Abingdon 2018.